Skip to content

Sections
Personal tools
You are here: Home » Reisebegleiter Tannenland » Weißtannenarchitektur

Weißtannenarchitektur


Zur Bedeutung der Weißtanne für die zeitgenössische Architektur Vorarlbergs
Von DI Johann Peer, Wolfurt

Natürlich gibt es zum Weißtannenholz auch einen emotionalen Zugang. Vom oft besungenen weihnachtlichen "Tannenbaum" bis zur Auszeichnung als "Baum des Jahres 2004" reicht die Bandbreite und in vielen Gesprächen mit Forstleuten oder Handwerkern kommt zum Ausdruck, dass es sich bei der Weißtanne um einen "charakterstarken" Baum handelt. Dementsprechend vielfältig ist seine Nutzung. Die Inhaltsstoffe der Nadeln geben Kräuterbädern eine eigene Note. Das aus der Rinde gewonnene Harz, auch als "Elsässer Terpentin" im Handel, war früher in vielen Pflastern und Salben enthalten und Tannenbier spielte im Mittelalter eine "berauschende" Rolle. Die guten Verwitterungseigenschaften und hohe Resistenz gegen Feuchtigkeit machten das Holz der Weißtanne hierzulande im Brückenbau beliebt. Die Verbretterung der "Wetterseite" von Vorsäßhütten wurde - wo dies möglich war - in Weißtannenholz vorgenommen.

Heute wird das Holz der Weißtanne im Möbelbau sehr geschätzt, einerseits weil es absolut harzfrei ist und anderseits wegen der unvergleichlich schönen und edlen Oberflächenstruktur. Im Außenbereich werden Weißtannenfassaden im Vergleich zur ebenfalls hoch witterungsbeständigen Lärche wegen des sehr ästhetisch verlaufenden Alterungsprozesses bevorzugt: Die nach einigen Jahren entstehende silbergraue Patina von Fassaden aus Weißtannenholz harmonisiert mit der umgebenden Naturlandschaft auf besondere Weise. Aber auch ein farblicher Kontrast lässt sich aufgrund der relativ guten Tränkfähigkeit des Weißtannenholzes hervorragend erzeugen. Zweck der vorliegenden Begleitbroschüre zum Audio-Guide ist es, diejenigen Objekte, die im Rahmen von Exkursionen besichtigt werden, nicht nur als Anwendungsbeispiele des Weißtannenholzes, sondern auch als Architekturobjekte vorzustellen. Mit Ausnahme der alten, gedeckten Holzbrücken sind es alles öffentliche Bauten oder Wohnhäuser, die in den letzten Jahren entstanden sind. Sie sind nicht nur Beispiele für modernen Holzbau und die innovative Verwendung von Weißtanne, sondern auch ein Querschnitt durch die zeitgenössische Vorarlberger Architektur, die im Wesentlichen ja eine Holzbau-Architektur ist. Die Objekte wurde unter dem Gesichtspunkt ihrer Besichtigungsmöglichkeit ausgewählt und auf Grund ihres Standortes an einer der möglichen Exkursionsrouten.

Die Auswahl ist deshalb nicht repräsentativ für die Vorarlberger Architekturszene und mag willkürlich erscheinen. Sie ist jedoch beispielhaft nicht nur für den konsequenten Einsatz eines bestimmten Materials, sondern vor allem für den neuen und durchaus radikal erscheinenden Zugang zu diesem Material. Den Alterungsprozess von im Innen- sowie im Außenbereich sägerau und gänzlich unbehandelt belassenen Holzoberflächen zu beobachten, bedeutet, in gewisser Weise auch einem Experiment beizuwohnen. In diesem Sinne ist die vorliegende Broschüre die Dokumentation eines Gebäudezustandes zu einem ganz bestimmten Zeitpunkt. Betrachtet man Beispiele der "anonymen" Architektur - die erwähnten Holzbrücken oder die alten Vorsäßhütten etwa - scheint das Risiko der vorschnellen Verwitterung nicht groß. Verglichen mit den Anstrengungen vergangener Jahrzehnte, Holz durch chemische Mittel zu "schützen" und zu "veredeln", um ein gleich bleibendes Erscheinungsbild zu gewährleisten, sind wir Zeitzeugen einer radikalen Trendwende. Die zu beobachtende Rückkehr zur "Natur" des Holzes im Bauwesen lässt es zu, dass sich ein ökologischer Kreislauf schließt.

05574 90400 - 400       Download MP3  


Feuerwehrhaus, Alberschwende

Das von der Hauptstraße zur Schwarzach abfallende Grundstück schließt nordseitig an eine bestehende Einfamilienhaussiedlung und südostseitig an die Dorfkernbebauung an. Südwestseitig begrenzt der Baumbestand entlang der mäanderförmig verlaufenden Schwarzach das stark abfallende Grundstück.

  Taste 1

Haus Schmolly, Alberschwende

Das Wohnhaus in Hanglage besteht aus insgesamt drei Wohneinheiten, einer Wohneinheit im Erd- und Untergeschoss und zwei Wohneinheiten im Obergeschoss. Wände und Decken bestehen aus 14cm Massivdübelholz in vorgefertigter Bauweise. Die Außenwände sind mit einer zwischen den Polsterhölzern liegenden Wärmedämmung von 16cm ausgeführt, deren abschließende Fassade aus einer hinterlüfteten, sägerau geschnittenen Rhombusschalung in Weißtanne besteht.

  Taste 2

Musterhaus oa.sys, Alberschwende

oa.sys steht als Abkürzung für "Offenes Architektursystem". Das Musterhaus der Firma Berlinger-Holzbau präsentiert sich als klarer und nach außen hin ganz in schwarz gehaltener Kubus.

  Taste 3

Mesmers Stall, Alberschwende

Im gemauerten Untergeschoss, dem ehemaligen Stall, wird künftig ein kleines Landwirtschaftsmuseum seinen Platz finden. Im Obergeschoss, das über die ehemalige Tennenauffahrt an der Giebelfassade betreten wird, ist der Veranstaltungsaal untergebracht. Die Ansicht aus Südosten lässt die enge Beziehung dieses kleinen Kulturzentrums zur Pfarrkirche und zum Dorfmittelpunkt deutlich werden.

  Taste 4

Haus Konrad Schwarz, Hittisau

Das Einfamilienhaus liegt im Nordwesthang des Hittisberges am Ortsrand von Hittisau. Es wird im Obergeschoss betreten, wo auch die Wohnräume mit grandioser Aussicht in den Talraum angeordnet sind.

  Taste 5

Kulturhaus und Frauenmuseum, Hittisau

Am äußersten Rande eines steil zur Subersach abfallenden Tobels befindet sich das Grundstück für das neue Feuerwehr- und Kulturhaus. Während sich die Feuerwehr in das leicht ansteigende Gelände schiebt und in Richtung Hauptstrasse orientiert, schwebt der Kulturbereich als Holzquader über der Feuerwehr und öffnet sich über eine große Glasfront zum Dorfzentrum hin.

  Taste 6

Haus Hermann Nenning, Hittisau

Der im Hang gelegene Baukörper nimmt die traditionelle Form alter Bürgerhäuser auf. Die unbehandelte Weißtannenfassade lässt die westseitige "Wetterseite" gut erkennen. Zur Straße hin macht das Haus einen eher verschlossenen Eindruck. Ein dem traditionellen "Schopf" alter Bregenzerwälderhäuser nachempfundener und der Wohnstube vorgelagerter Bereich lädt zum Verweilen ein.

  Taste 7

Kommabrücke, Hittisau

Die über die Bolgenach in Hittisau führende Kommabrücke mit verstärktem Hängesprengwerk, eine der ältesten noch existierenden gedeckten Holzbrücken in Vorarlberg, wurde 1720 errichtet und 1996 letztmals renoviert.

  Taste 8

Ließenbachbrücke, Hittisau

Die Ließenbachbrücke in Hittisau ist eine 1855 als verstärktes Hängesprengwerk errichtete gedeckte Holzbrücke, ein Brückenstützbalken wird auf 1816 datiert.

  Taste 9

Kindergarten und Cafe "Stopp", Langenegg

Der Ortskern von Langenegg ist - historisch bedingt - wenig artikuliert und wird nun durch eine Gruppe öffentlicher Gebäude gebildet. Durch die Lage dieser neuen Objekte und durch ihren räumlichen Bezug zu den Altbauten entsteht eine Abfolge von platzähnlichen Flächen auf unterschiedlichen Niveaus.

  Taste 10

Volksschule, Doren

Unmittelbar im Dorfzentrum neben Kirche, Pfarrhof und Gemeindeamt, geprägt von einer steilen Hangsituation, liegt die neue Volksschule mit Kindergarten.

  Taste 11

Kirche und Pfarrhof, Sulzberg

Die auf über tausend Meter Meereshöhe gelegene Kirche von Sulzberg bildet mit dem ehemaligen Pfarrhof ein bereits von weitem sichtbares Ensemble. Bei dem 1732 errichteten zweigeschossigen Wohngebäude handelt es sich um einen holzschindelverkleideten "Strickbau" mit traufseitiger Erschließung auf gemauertem Kellersockel.

  Taste 12

Volksschule Thal, Sulzberg

Obwohl sich Alt- und Neubau in der Formensprache stark unterscheiden, verbindet der graue Farbton der Weißtannen- bzw. der Eternitschindelfassade die beiden Bauteile zu einem Körper. Die gut überlegte und sauber ausgeführte Detaillierung zeichnet diesen Um- und Anbau aus und führt zu hohen Innenraumqualitäten.


  Taste 13

Gschwendtobelbrücke, Lingenau/Egg

Bildhauer Wendelin Hammerer erzählt über den Erbauer der Brücke: "Alois Negrelli wurde 1799 in Südtirol geboren und kam als junger Ingenieur nach Bregenz, um hier die Rheinregulierungen zu planen."

  Taste 14

Kindergarten, Egg

Während die Gruppenräume des im Erdgeschoss befindlichen Kindergartens aus Holzelementen konstruiert sind, wurde der übrige Teil des Erdgeschosses - aus Gründen der akustischen Trennung zum darüber liegenden Proberaum der Musikkapelle, der ebenfalls aus Holzelementen besteht - in Stahlbeton gebaut.

  Taste 15

Rathaus, Andelsbuch

Ein zweigeschossiger Verwaltungsbau in Sichtbeton und Glas ist im Obergeschoss mit dem eigenständigen Baukörper des Sitzungssaales verbunden.

  Taste 16

Gemeindezentrum, Schoppernau

Die gelungene Zusammenführung unterschiedlichster öffentlicher Funktionen, wie Kindergarten, Bücherei und Musikprobelokal im Obergeschoss sowie eine breite Palette an Dienstleistungsangeboten im Erdgeschoss "unter ein Dach" ist bei diesem in die vorhandene Dorfstruktur eingebetteten Neubau nicht nur mit Verdichtung, sondern auch mit der Klärung des öffentlichen Raumes verbunden.

  Taste 17

Gebhard Wölfle-Saal, Bizau

Der Gebhard Wölfle - Saal wurde als Mehrzwecksaal für bis zu 400 Personen konzpiert und im Zuge der Schulhaussanierung in Form eines einfachen Kubus an dieses angebaut. Er hat an beiden Längsseiten eine natürliche Belichtung. Die Garderoben sowie die Innenverkleidung des Saales sind in Weißtanne ausgeführt.

  Taste 18

Gasthaus Schwanen, Bizau

In einem Gasthof aus dem Jahre 1970 wurden kürzlich ein Gästezimmer und der Restaurantbereich ganz in Weißtanne eingerichtet.

  Taste 19

Gemeindeamt und Volksschule, Blons

Das Gebäudeensemble von Gemeindeamt und Volksschule, akzentuiert - unmittelbar neben der Kirche gelegen - das Ortszentrum der 370 Einwohner zählenden Gemeinde.

  Taste 20

Pflegeheim Höchsterstraße, Dornbirn

Eine Besonderheit des Ortes ist die generelle Weitläufigkeit des Geländes, ihr Bewuchs und die Nähe der Dornbirner Ache.

  Taste 21

Gemeindezentrum, Ludesch

Dem Planungsprozess vorangegangen war eine Studie der Universität Innsbruck, wonach es in Ludesch vor allem an Kommunikationseinrichtungen fehlte.

  Taste 22

Arzthaus Kirchstraße 43, Wolfurt

Für die Fassung des Straßenraumes war es wichtig, die abgebrochenen Objekte durch Neubauten zu ersetzen, die in Größe und Proportion den Vorgängern entsprechen.

  Taste 23
 

Powered by Plone

This site conforms to the following standards: